Schwabenweg – Etappe 2 – Von Tobel bis Rapperswil

[singlepic id=827 w=320 h=240 float=left] 19.08.2009 – am nächsten Morgen waren wir uns ganz so sicher, wie weit wir es heute überhaupt schaffen würden. Aykan hatte etwas Schmerzen in seinem linken Knie und Thiemos Hüfte schien sich auch bemerkbar zu machen. Doch zunächst einmal hieß es das Zelt zusammen zupacken und aufzubrechen. Schließlich brauchten wir für den heutigen Tag wieder genügend Kalorien.

Auf alle Fälle wollten wir es heute bis nach Fischingen schaffen. Auf dem Weg dorthin fanden wir einen kleinen Bäcker bei dem wir uns versorgen konnten. Jeder bekam eine Butterlaugenstange und eine Nussschnecke. Dabei lernten wir gleich, dass die Schweizer dieses süße Stückchen nur als Schnecke bezeichnen.

Da wir außerdem auf der Suche nach Wasser waren, ließen wir uns von der Verkäuferin von einem speziellen Schweizer Sportgetränk überreden. Es ist Geschmackssache, aber Thiemo war voll davon überzeugt. Von daher kann es gar nicht so schlecht gewesen sein.

Als wir schließlich in Fischingen ankamen, stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass der Ort gar keinen Bahnhof hatte. Auch hier heißt es wieder einmal, genau in den Führer zuschauen. Nun blieben uns nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder kehrten wir um, was für uns auf keinen Fall in Frage kam, oder wir machten Bekanntschaft mit Hörnli. Wir entschieden uns für die zweite Variante, die uns ein Stück näher nach Santiago bringen sollte. Doch dieser Hörnli hatte es echt in sich. Hierbei handelte es sich nicht um einen ausgewachsenen Bullen, den es galt zu bezwingen. Nein, Hörnli war zwar auch massiv gebaut. Hatte aber eine stolze Größe von genau 1133 Meter – mit dem modernen Gipfelkreuz, einem Sendemast, ist er wohl nochmal gut 20m höher.

Um uns wärend dem Aufstieg abzulenken, fingen wir an ein kleines Spielchen zu spielen. Thiemo kam auf die Idee Ländernamen zu sagen, wobei der letzte Buchstabe des vorherigen Landes am Anfang des neuen Landes stehen musste. Thiemo war ganz schön gerissen bei diesem Spiel. Aykan hatte immer die Schweren!

Eines wurde uns gleich zu Beginn während des Aufstiegs bewusst. Allein ist das nicht zu bewältigen, vor allem wenn man noch ein Fahrrad hat. Hier mussten wir unser Teamwork unter Beweis stellen. Da Aykan’s Fahrrad nicht so bepackt war wie Thiemos, übernahm er die Vorhut. So näherten wir uns Stück für Stück Hörnlis Spitze. Zwar waren wir von Wäldern umgeben, doch die über 30° merkte man trotzdem. Vor allem dann, wenn man ein voll gepacktes Fahrrad die Treppen hinauf zu befördern versuchte und dabei 50 Höhenmeter zurücklegte.

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Später sollte sich dann zeigen, dass sich der Aufstieg nicht nur wegen des Panoramablicks lohnen würde, sondern auch wegen der coolen Abfahrt die sich dann später noch ergeben sollte. Auf dem Hörnli angekommen nahmen wir zunächst auf einer Bank platz. Minutenlang saßen wir nur so da ohne irgendeinen Gedanken zu haben. Man war wie verzaubert. Zum einen durch den wunderschönen Ausblick, der sich uns bot, zum anderen das wir es tatsächlich geschafft hatten.  Immerhin dauerte der Aufstieg mehr als 2 Stunden.

Ohne in den Führer zu sehen, kam uns der Gedanke: „Alles was hinauf führt, führt auch irgendwie wieder herunter!“.
Auf dem Hörnli beschlossen wir, dass es heute noch nach Raperswill gehen sollte. Mehr sollte in der diesjährigen Pilgerreise nicht drin sein. So schnell hatten wir noch nie 20 km zurückgelegt. Bergab geht es halt doch um einiges schneller!

Bis dato hatten wir keine wirkliche Mahlzeit. Das merken wir auch. Deswegen entschieden wir, erst den späteren Zug zu nehmen und unsere letzten Franken für Kalorien auszugeben. Natürlich dürfen wir die Brownies nicht vergessen zu erwähnen.

Auch wenn dieses Jahr nur zwei Tage drin waren, hatte es sich auf alle Fälle gelohnt. 80 km haben wir zurückgelegt. Das heißt es sind jetzt nur noch knappe 1900 km bis Santigago de Compostela. Mal schauen wie weit wir nächstes Jahr kommen und wer diesmal die Reise fortführen wird.

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One thought on “Schwabenweg – Etappe 2 – Von Tobel bis Rapperswil”

  1. Hallo ihr Zwei,
    hier schreibt der Mann, der euch auf der Fähre von Romannshorn nach Friedrichshafen fotografiert hat.
    Ich höre im Moment das Hörbuch von Hape Kerkeling u. war auf der Suche nach weiteren Infos.
    Dabei bin ich auf euren Blog gestoßen.
    So “trifft” man sich wieder.
    Alles Gute für die restlichen 1900km.
    Gruß
    Norbert

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