Ben Bernanke @ LSE

Das Public Lecture Programm an der LSE bietet Woche für Woche interessante Redner. Vor knapp 10 Tagen war Ben Bernanke an der LSE und hielt seine erste Policy Speech seit die FED das Ziel für die Federal Funds Rate auf zwischen 0 und 0.25% gesetzt hat. Entsprechend groß war der Andrang.

Für die Public Lectures muss man sich immer Tickets besorgen, diese sind natürlich begrenzt und in der Regel sehr schnell weg. Ab 8:00 Uhr wurden am 13. Januar die Tickets ausgegeben, manche Studenten standen wohl schon um 6:30 und warteten. So entschlossen muss man sein, Ben Bernanke in Person zu sehen. Ich bin erst gegen 8:40 gekommen und da gab es schon keine Tickets mehr. Dennoch hatte ich das Glück, dass ein Freund sein Ticket nicht nutzen konnte, da er ein Bewerbungsgespräch hatte.

Deswegen konnte ich mir am Tag darauf Ben Bernanke anschauen und der Rede zuhören. Man merkte, dass die Rede heiß erwartet wurde. Denn überall auf dem Campus standen Teams von diversen Fernsehsendern und auch die Zuhörerschaft bestand nicht nur aus Studenten, nein es waren sehr viele Reporter vor Ort, von BBC über die Washington Post bis zur New York Times.

Die Rede selber hat Ben Bernanke komplett abgelesen. Die Wortwahl war, wie fast jede Rede eines Notenbankers sehr vorsichtig. Ich muss zugeben, hier wäre ein Fremdwörterbuch angemessen gewesen. Fast mechanisch trug er vor, welche Maßnahmen zur Stützung des Bankensektors unternommen wurden und welche Maßnahmen noch auf dem Tisch liegen. Vor allem ist das Ziel, das Vertrauen in das Bankenwesen wieder herzustellen und so den Handel zwischen den Banken wieder zu beleben.

Im Momen herrscht eine künstliche Kreditklemme, denn trotz historisch niedriger Zinssätze vergeben die Banken nur äußerst konservativ ihre Kredite, was ein klares Anzeichen für den Vertrauensverlust auf den Finanzmärkten ist.

Das nicht alles auf den Finanzmärkten mit rechten Dingen vor sich ging, räumte Ben Bernanke ein. Jedoch warnte er, dass ohne das aggressive Vorgehen der Notenbanken, die Kosten der Krise ins unüberschaubare abgedriftet wären.

Auch machte Bernanke deutlich, dass es Zeit für eine straffere Regulierung der Finanzmärkte auf globaler Ebene ist. Damit muss der Realität eines entgrenzten Handels mit Finanzprodukten Einhalt geboten werden und wieder Übersicht und damit vertrauen in die Institutionen geschaffen werden.

Ich muss anmerken, dass die Studenten im Old Theatre an der LSE wohl reine Kulisse waren. Nach der knapp 45 minütigen Rede, die auch von einigen Sendern live übertragen wurde, gab es eine kurze Question and Answer Session. Dabei durften größtenteils Journalisten ihre Fragen stellen, kaum ein Student kam an die Reihe.

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